Aktualisiert: 16.09.2021 - 10:40

Im monatelangen Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn gibt es nun eine Lösung. Mit der Lokführergewerkschaft GDL hat die Bahn eine Einigung gefunden. Mehr Infos hier.

"Grün"

Deutsche Bahn und GDL haben sich auf einen Tarifvertrag verständigt. Foto: Fabian Strauch/dpa

Passagiere können vorerst aufatmen

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben sich auf einen Tarifvertrag verständigt. «Es gibt eine Einigung», erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin aus dem Umfeld der Verhandlungen.

Der Tarifkonflikt der Deutschen Bahn mit der Lokführergewerkschaft GDL ist damit gelöst. Das teilten die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Stephan Weil (SPD) und Daniel Günther (CDU), mit. Sie hatten in den Verhandlungen vermittelt.

Günther sprach von einer guten Nachricht für alle Kundinnen und Kunden der Bahn. «Am Ende steht jetzt ein Ergebnis, das von allen Beteiligten getragen wird.» Weil sagte, die Beteiligung von Außenstehenden sei angesichts der zunächst recht verfahrenen Situation wohl nützlich gewesen.

Im August und September hatten die GDL-Mitglieder im Personen- und Güterverkehr drei mal für mehrere Tage die Arbeit niedergelegt. Millionen Pendler und Urlauber waren von Zugausfällen und Verspätungen betroffen. Die Bahn setzte einen Notfahrplan in Kraft. Auch im Güterverkehr gab es Behinderungen.

Ein Knackpunkt im Tarifkonflikt war die Frage, für wen die neuen Verträge gelten sollen. Die GDL verhandelte bislang für Lokführer und Zugbegleiter. Sie forderte aber auch Rahmentarifverträge für Beschäftigte in den Werkstätten und in der Infrastruktur sowie für Auszubildende. Die Bahn erklärte sich nun bereit, den Anwendungsbereich der GDL-Tarifregelungen in den heutigen GDL-Mehrheitsbetrieben zu überprüfen.

Folgen nun Streiks der Gewerkschaft EVG?

Zugleich kündigte die größere Bahn-Gewerkschaft EVG am Donnerstag an, dem Unternehmen ihrerseits einen Forderungskatalog vorzulegen. «Wir bereiten uns auf Verhandlungen vor, aber auch auf Maßnahmen bis hin zum Arbeitskampf», sagte Klaus-Dieter Hommel, der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) der Deutschen Presse-Agentur. Das geschehe aber in Ruhe und ohne Hektik. «Wenn es einen Abschluss mit der GDL gibt, nehmen wir ihn zur Kenntnis und werden ihn bewerten.»

Die EVG hatte schon im vergangenen Jahr eine Einigung mit der Bahn erzielt; sie beinhaltet aber ein Sonderkündigungsrecht für den Fall, dass eine andere Gewerkschaft mehr herausholt. Die EVG kritisierte, dass die Ministerpräsidenten an den Verhandlungen mit der GDL beteiligt waren. «Das ist ein Schlag ins Kontor der Tarifautonomie», sagte Hommel. Er erklärte auch, dem im vergangenen Jahr mit dem Bund und dem Unternehmen geschlossenen «Bündnis für unsere Bahn» sei die Geschäftsgrundlage entzogen worden.