Aktualisiert: 14.06.2021 - 10:39

An Menschen mit Masken zum Schutz vor Corona-Infektionen hat man sich gewöhnt. Doch mit sinkender Inzidenz wird der Sinn des Mund-Nasen-Schutzes hinterfragt. Kommt nun das Ende der Maskenpflicht in Deutschland?

Maskenpflicht

Foto: Peter Knef

Disput über Mund-Nasen-Schutz

Berlin (dpa) - Die weitgehende Aufhebung der Maskenpflicht in Dänemark von diesem Montag an befeuert auch in Deutschland die Diskussion über den Sinn des Mund-Nasen-Schutzes. «Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen», sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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In Regionen mit sehr niedriger Inzidenz und einer hohen Impfquote könne die Pflicht nach und nach auch drinnen entfallen. «Als Empfehlung bleibt in jedem Fall eine einfache Regel: im Zweifel mit Maske - besonders beim Reisen und bei Treffen in Innenräumen», betonte der CDU-Politiker.

Dänemarkt hebt Maskenpflicht weitgehend auf

In Dänemark ist ab sofort die Pflicht zum Tragen einer Maske für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr - dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt.

Von FDP und AfD kamen am Wochenende Forderungen nach einer kompletten Aufhebung auch für Deutschland. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hatten dies draußen für möglich, nicht aber in Innenräumen. «Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die Maskenpflicht da, wo sie überhaupt noch besteht draußen, entfallen lassen», sagte Dobrindt in der ZDF-Sendung «Berlin direkt». Für Innenräume rate er zur Vorsicht.

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Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) rief die Länder auf zu klären, ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig sei. Besonders für Schüler, die Masken stundenlang im Unterricht tragen müssen, sei dies eine Belastung, hatte sie der «Bild am Sonntag» gesagt.

Die Corona-Infektionszahlen sind in den vergangenen Wochen stark gesunken. Zugleich sind immer mehr Menschen in Deutschland gegen das Virus geimpft. Mehr als 40 Millionen Menschen haben mindestens eine Impfung erhalten, das Land nähert sich damit der 50-Prozent-Marke. Den vollständigen Impfschutz haben mehr als 21 Millionen Bürger, mehr als jeder Vierte. Zwei Drittel der Impfungen wurden laut Robert Koch-Institut in Impfzentren verabreicht, ein Drittel in Arztpraxen.