Aktualisiert: 30.06.2022 - 15:32

2028 soll nach ursprünglichen Plänen die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München in Betrieb genommen werden. Nach neuesten Einschätzungen könnte sich der Start um ganze neun Jahre verschieben - und massiv teurer werden.

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Zweite Stammstrecke zieht sich hin

München (dpa/lby) - Die zweite S-Bahn-Stammstrecke durch die Münchner Innenstadt wird nach Einschätzung des Bayerischen Verkehrsministeriums massiv teurer und kommt Jahre später als geplant.

Die Projektbegleitung im Ministerium erwarte inzwischen Kosten bis 7,2 Milliarden Euro, sagte Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) am Donnerstag in München. Die Inbetriebnahme könnte sich bis 2037 hinziehen.

Wer übernimmt die deutlichen Mehrkosten?

«Wir erwarten, das die Deutsche Bahn sowohl ihre Kostenschätzung als auch ihren Zeitplan offenlegt», sagte Bernreiter mit Blick auf den seit längerem schweigsamen Maßnahmenträger. Zuletzt hatte als Startzeitpunkt 2028 im Raum gestanden. Die Planung dafür läuft seit Jahren: Schon im Oktober 2016 hatten der Bund und der Freistaat die gemeinsame Finanzierung vereinbart, wonach der Bund 60 Prozent der förderfähigen Baukosten übernimmt. Zugrunde lagen die damals von der Deutschen Bahn errechneten Gesamtkosten von 3,85 Milliarden Euro.

Über die Übernahme der Mehrkosten dürfte es nun Diskussionsbedarf geben. Bernreiter zeigte sich verärgert, dass ein seit Monaten für Donnerstag geplanter Termin mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) kurzfristig abgesagt wurde. «Das ist für mich ein sehr, sehr schlechter Stil, und ich halte fest: Herr Wissing kneift.»

Auch Dieter Reiter hat sich dazu geäußert:

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